typisch Terjung: alles, außer perfekt
typisch Terjung: alles, außer perfekt
typisch Terjung: alles außer perfekt
typisch Terjung: alles außer perfekt 

Reime zum 60sten Jubiläum

 

Dass Du geboren wurdest, ist wohl bewiesen, würden wir sonst hier mit Dir, dieses Frühstück genießen

Dass Du Dich geweigert, bei Ankunft zu brüllen, allein damit könnt zwei Seiten ich füllen

doch um euch zu schonen möchte ich nur betonen, dass der Papa – ob der Dramatik – blass im Gesicht

verkündet:  ohne Namen verlässt sie uns nicht

                                       Ursula 

ja, das gefiele mir schon, auch weil`s wieder nichts ist, mit einem Sohn.

Der gerufene Pfarrer begann schon zu beten, Ärzte und Schwestern schauten betreten

Dann hast Du Dich – zum Glück – noch besonnen, mit leisen Tönen Dein Leben begonnen

 

                        60

Jahre ist`s her und somit lange vorbei, noch heute meidest Du lautes Geschrei

zum 50er hatte ich es schon mal erzählt, auch dass Du anstelle von Küche und Kirche, die Kariere gewählt

weil`s Blödsinn wäre, würde ich all dies wiederholen,habe ich den 50er Reim Dir gestohlen

schließlich musste ich wissen, was ich damals geschrieben, viel war es nicht, drum ist genug übriggeblieben

 

Kindergarten und Schule, gaben schon damals nichts her, der 16.04.`68 dafür umso mehr

in Frankfurt standen Häuser in Flammen, Bader und Ensslin ihren Terror begannen

der entstandene Schaden, mehr als 2 Millionen, dies sei nur der Anfang – alle beide betonen

ebenso schrecklich wurde über all jene gesprochen, die in Kommunen Tabu`s gebrochen

die freie Liebe zelebrierten,sich politisch engagierten

die sich ab und an bekifften, ohne völlig abzudriften

mit 10 Jahren hielt sich Uschi da raus, übernachtete wie sich`s gehört noch zu Haus.

 

Als Teenager hatte sie durchaus schon mal Pläne, und so kommt`s, dass ich unerschrocken erwähne

Rollsplitt im Schenkel und Pilze die sprießen, sind hinderlich, will man die Jugend genießen

„Blättla“ austragen macht auch keinen Spaß, immerhin verdient man da was.

die leidige Schule ist immer noch Pflicht, , es ist wie bei Masern – drum rum kommst Du nicht

 

Nach der Schule stand das Essen bereit, stets frisch gekocht zur Mittagszeit

mit Mama saßen 6 Mädels zusammen, es machte auch nichts, falls weitere kamen

wenn es reicht für uns sechs, war Mama`s Devise, wär`s blamabel, wenn die siebte uns hungrig verließe

Der Abwasch wurde gemeinsam gemacht, mal weniger gern, mal wurde gelacht

dann wurde mit Tellern Sprungwurf trainiert, merkwürdigerweise war nie was passiert

 

Waren die Pflichten erledigt, war allen klar, dass Uschi erstmal aushäusig war

früher war es die Clique – heut ist es die Gang, außer Papa war niemanden bang

vielleicht noch den Jungs – als sie begriffen, dass Uschi auf Konventionen gepfiffen

dass sie durch jeglichen Sport inspiriert, und Mädchengedöns sie nicht interessiert

 

ob Tischtennis, Fußball samt Tischvariante, es war Uschi die sämtlichen Regeln kannte

ob Minigolf, Rollschuh und Federball, der zweite Platz war auch hier nicht ihr Fall

bei unseren Fahrradtouren in den Mai tritt sie in die Pedale, rauscht an allen vorbei

doch als wir beide zum Ebnisee wollten, und ganz brav nebeneinander rollten

46 km einfach, da glüht das Pedal, da meldet der Popo, jetzt kannst Du mich mal

und kommt dann endlich das Ziel in Sicht, wird schneller geradelt, oder auch nicht

in Gedanken die Füße im Wasser schon hängen, während der Rest versucht, sich am Kiosk nach vorne zu drängen

dann wird sowohl Durst als auch Hunger gestillt, auf den Kaffee zu verzichten, war`n wir nicht gewillt

kurzum…. wir hatten die Rückfahrt vergessen, stattdessen noch ein Eis und Kuchen gegessen

als wir es bemerkten, war die Sonne am sinken, da konnten wir auch gleich noch den Pikkolo trinken

wenig später begannen die Sterne zu funkeln, sie erleuchten den Weg, der Schurwald lag weiter im Dunkeln

 

wenn der Hinweg mit 46 km markiert, ist der Rückweg genauso weit, das ist garantiert

doch entweder hatten wir Flügel gekommen, oder die Abkürzung querfeldein genommen

standen gar Englein uns helfend zur Seit, scheißegal, zurück war`n wir in der Hälfte an Zeit

 

Natürlich ist das Leben neben dem Spaß, durchaus ernst zu nehmen, außerdem kostet es was

und willst Du irgendwann auf eigenen Beinen stehen,bleibt Dir nichts übrig, als in die Lehre zu gehen

Bürokauffrau ging Dir durch den Sinn, ist durchaus praktikabel, das krieg ich schon hin

außerdem verhinderst Du, ich hatt`s schon erzählt, dass der Handball zu oft hinter die Torlinie fällt.

manchen Gegner hast Du in den Wahnsinn getrieben, hat sich nach dem Wurf die Augen gerieben

der Ball überall …. nur nicht im Tor,mach Dir nichts draus, lieber Gegner, sowas kommt vor.

hast unzählige 7-Meter herausgefischt, den Wurf, grad noch mit den Fingern erwischt

natürlich lag das nicht nur am Talent, das ist jedem klar, der Uschi kennt

beim Training hast Du ungeniert, männliche Wurfkraft ad absurdum geführt

 

Untrennbar mit Handball verbunden, ist der Stollenhof mit promillereichen Stunden

bar allem Komfort, nicht ganz --- schließlich gab es schon Licht, deshalb übersahen wir die Stockbetten nicht

rustikal mit einem Baumstamm verschraubt, dass man drin schlafen könnt, haben wir nicht geglaubt

nüchtern hätte keine den Einstieg riskiert, ein paar Stunden später war`s unkompliziert

Die Führung durch`s Haus war hochinteressant, weil man auf dem Weg zum Stall die Toilette fand

just an dem Tag, wurde ein Kälbchen erwartet, das kalben jedoch beinahe zum Fiasko entartet

Günther lies sich nicht lange bitten, hat einfühlsam mit dem Rindvieh gelitten

 

Mittlerweile warst Du berechtigt, ein Auto zu steuern, Ein Umstand geeignet um in Wernau zu feiern

der Trainer lud seine Mädels zum Essen ein, ausgerechnet ein Käsefondue sollte es sein

gut erzogen saßen wir um den Tisch – um den runden, dummerweise hatte Ev den Schnaps dann gefunden

mit vereinten Kräften wurde die Flasche bezwungen, und erste schmutzige Lieder gesungen

heißer Käse zieht sich, dass weiß jedes Kind, eben so dass Arme nicht verlängerbar sind

wer war die Erste die ihren Stuhl hat erklommen, natürlich nur, um den Käse in den Griff zu bekommen

dass es Günther gewesen sei, halt ich für`n Gerücht, Günther schlief schon am Tisch, und merkte es nicht

Im Jahr `78 war das gewesen, nie wieder lud Günther uns noch zum Essen

Du warst grade 20 also fast noch ein Kind, außerdem wusste Günther wie Handballer sind.

 

So langsam kamst Du mit dem fahren gut klar, und weil die Sonne nicht heiß genug war

planten wir Urlaub in Griechenland, ein neues Auto war eh schon zur Hand

die Route ermittelt, Vesper gerichtet, und erstmal auf längere Pausen verzichtet

bis … ja, bis es galt den Wurzen zu meistern, dafür konntest Du Dich überhaupt nicht begeistern

Ingrid sprang ein, Plätze getauscht, ich behaupte ja nicht, sie wäre gerauscht

im Gegenteil sie geizte mit Gas, der stärkere Motor leistete das

beinahe im Schritttempo zog sie von dannen, an jenen vorbei, die dort standen mit Pannen.

 

Deinem Urlaubsziel warst Du jahrelang treu, der Arbeitsplatz war jedoch ab und an neu

auch die Branche hast Du hin und wieder getauscht, bist irgendwann die Spirale abwärts gerauscht

hast den Weg nach unten selbst unterbrochen, bist Stunde um Stunde wieder nach oben gekrochen

8/9 Stunden täglich reichten da nicht, im Anschluss daran, scheust das Kellnern Du nicht

zum 50sten hatte ich mir dies Kapitel geschenkt, doch da Dich nicht stört, was ein anderer denkt

wage ich es darüber zu sprechen, und es gibt keinen Grund den Stab zu brechen

ganz im Gegenteil

Du hast Courage bewiese, Und kannst heute die Früchte der Mühe genießen.

 

Bis Du 50 warst, ist noch so viel gewesen, wer`s nicht weiß, darf gerne darüber lesen

ich mach einen Schnitt, und beginne damit

über das 6.Jahrzehnt zu berichten, denn darauf möchte ich nur ungern verzichten.

 

Dieses halbe Jahrhundert ist bestens gemeistert, vom Handball bist Du noch immer begeistert

selbst nicht mehr aktiv –das stimmt mitnichten, auf die Atmosphäre beim Spiel willst Du nicht verzichten

doch wenn jetzt wer denkt – Du würdest nur schauen, irrt der sich gewaltig – auf Dich kann man bauen

wo immer es auch nötig Arbeit zu verteilen, sieht man zwei Mädchen genau dorthin zu eilen

ihr habt richtig gehört, ich sprach von zwei, wenn die Eine was macht – ist die And`re dabei

der 16. 04. – wer`s nicht glaubt, kontrolliert, wurde im Stammbuch für beide notiert

die lumpigen zwei Jährchen, die dazwischen liegen, jetzt im Alter von 60 kaum noch was wiegen

 

Jedes Jahr aufs Neue hat sich bewährt, dass Uschi mit Irmi in den Urlaub fährt

obwohl -  vom fahren sind sie schon längst abgekommen, haben stattdessen das Flugzeug genommen

in der Türkei sind 5 Sterne durchaus angebracht, weil etwas Luxus zufriedener macht

gepflegtes Hotel – und bestes Essen, hilft den alltäglichen Stress zu vergessen

super all in – empfiehlt sich zu buchen, um nicht für jeden Drink nach Kleingeld zu suchen

 

Vor zwei Jahren war die Türkei in der Gunst gefallen, nicht nur in Uschis, sondern beinahe bei allen

sie hatten eine Kreuzfahrt angedacht, und tatsächlich Nägel mit Köpfen gemacht

das gebuchte Schiff hatte Niveau, das gebuchte Ziel ebenso

Karibik – ein Traumziel für viele, auch Ina stellt fest, dass es ihr dort gefiele

kurzerhand eine größere Kabine gebucht, luftige Sommerkleidchen gesucht

guten Mutes nach Barbados geflogen, pünktlich die Kabine bezogen

würde ich weitererzählen, wär es gelogen

 

Die Glückwünsche soll`n Dich dafür begeistern

Die 60er wie die 50er zu meistern.